Die Backsteingotik, entstanden im 13. bis 15. Jahrhundert, prägt bis heute die Baukultur Nordwestmecklenburgs. Durch den Einsatz in der Region leicht verfügbarer Ziegelsteine, entstanden langlebige Bauwerke, die sich durch hohe, schlanke Formen, spitzbogenförmige Fenster und reich verzierte Portale auszeichnen.

Besonders eindrucksvoll zeigt sich diese Bauweise in der UNESCO-Welterbestadt Wismar mit der St.-Georgen-Kirche, der Ruine der St.-Marien-Kirche, der Nikolaikirche und dem Rathaus. Doch auch im idyllischen Klützer Winkel mit der St-Marienkirche in Klütz sowie in kleineren Orten wie Kalkhorst oder Damshagen finden sich sehenswerte Zeugnisse der Backsteingotik. Schloss Bothmer in Klütz schließlich verbindet die Tradition der Backsteinbauweise mit barocker Pracht und schlägt damit eine Brücke in die Neuzeit.

Für kulturhistorisch Interessierte eröffnet die Auseinandersetzung mit diesen Bauwerken einen Blick in die Zeit der Hanse und in die Meisterschaft mittelalterlicher Bauhütten. Die roten Ziegel erzählen Geschichten von Glaube, Macht und Gemeinschaft – und machen Nordwestmecklenburg zu einem besonderen Ziel für Architektur- und Geschichtsliebhaber.